Bio-LNG wird durch die Verflüssigung von aus Biogas gewonnenem Biomethan hergestellt. Die Herstellung von verflüssigungsfähigem Biomethan und die eigentliche Verflüssigung sind jedoch sehr unterschiedliche Prozesse. Aus diesem Grund konzentrieren sich Unternehmen, die Verfahrenstechnik-Anlagen herstellen, entweder auf die Gasaufbereitung oder auf die Verflüssigung.

Warum ist das wichtig? Um eine Bio-LNG-Anlage zu realisieren, müssen EPC-Unternehmen und Systemintegratoren alle Komponenten für die Gasaufbereitung und die Verflüssigung zusammenführen. Damit eine vollständige Anlage entsteht, müssen die Schnittstellen dieser Komponenten aufeinander abgestimmt werden. Damit die Anlage für den Bediener als ein einziges System erscheint, ist außerdem ein zuverlässiges SPS-Steuerungs- und Sicherheitssystem erforderlich. Dieses System kommuniziert mit allen Sensoren und Ventilantrieben, Positionsrückmeldern, Frequenzumrichtern usw. und erfüllt zugleich die geltenden Sicherheitsstandards.
Klingt das einfach? Ist es nicht. Energieeffiziente und äußerst zuverlässige Biomethanverflüssigung ist komplex. Bei atmosphärischem Druck wird Biomethan erst bei -162 °C flüssig. Das Abkühlen des Gases erfordert ein Verfahren mit unterschiedlichen Drücken, variierenden Gasströmen und natürlich sehr tiefen Temperaturen. Außerdem ist hochreines Biomethan notwendig, da andere Bestandteile des Gases wie CO₂, schwerere Kohlenwasserstoffe (VOC) und Wasser leicht gefrieren und dadurch Verstopfungen sowie mögliche Schäden an den Anlagen verursachen können. Daher ist die Wahl der Verfahrenstechnologie und der Ausrüstung entscheidend für die Bedienbarkeit und den Energieverbrauch einer Bio-LNG-Anlage.